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17.
Internationaler Karate-Do Lehrgang in Kamen
Annähernd
800 Karate-Sportlerinnen und Sportler haben in diesem Jahr wieder
den Weg nach Kamen gefunden, um an einem der bedeutensten Karate-Lehrgänge
der Stilrichtung Goju-Ryu in Europa teilzunehmen.
Unter der
Leitung von Sensei Fritz Nöpel richtete der KKB e.V in Kamen
diesen Lehrgang mit internationaler Beteiligung aus.
Aufgrund
seiner guten Kontakte nach Japan, gilt Fritz Nöpel als einer
der wichtigsten Repräsentanten und als Wahrer der traditionellen
Werte, die besonders im Dojo-Kun, den Etiketten des Goju-Ryu-Karate-Do
vermittelt werden. Daraus leitete sich auch das Motto des diesjährigen
Lehrgangs ab. Dass Höflichkeit, gegenseitige Rücksichtnahme
und Disziplin nicht Selbstzweck sind, sondern auch einem reibungslosen
und effektiven Training dienen wurde auch von einigen der international
renommierten Trainer betont.
Besonders deutlich wurde dies bei den Trainingseinheiten von Katherine
Loukopoulos aus Griechenland. Ihre Methoden mögen dem Aussenstehenden
wie militärischer Drill vorgekommen sein, jedoch ist es kaum
möglich einen ungeordneten Haufen effektiv zu unterrichten
und so unterwerfen sich vor allem die fortgeschrittenen und erfahrenen
Karatesportler freiwillig einer strengen Disziplin. Als besonderes
Highlight wurde von Frau Loukopolous in diesem Jahr erstmals die
Möglichkeit geboten, sich im Kobudo, einer Unterart des traditionellen
Karate-Do prüfen zu lassen. Da diese Prüfung nicht im
Lehrgangsplan stand, war die Überraschung groß. Trotzdem
meisterten 9 von 10 Prüflingen die gestellte Aufgabe.
Neue Entwicklungen
im Karate-Do wurden in zwei völlig verschiedene Richtungen
einerseits von Martina Lohmann aus Osnabrück und anderersiets
von Fritz Nöpel vorgestellt. Zum einen gab Martina Lohmann
Einblicke in das sogenannte Sound-Karate, das sich in z.T. spielericher
Weise an die ganz jungen Kampfkünstler richtet. Mit Hilfe von
aufgehängten Bällen, die mit den Schlagtechniken nicht
berührt werden dürfen- können die Jüngsten an
die Techniken des Karate-Do herangeführt werden, ohne dass
Verletzungsgefahr besteht.
Ähnlich behutsam geht es beim Jukuren-Karate zu, dass Fritz
Nöpel vor einigen Jahren initiert und weiterentwickelt hat.
Dieses Training richtet sich in erster Linie an ältere Karate-Ka
und Späteinsteiger. Mit den sogenannten "edlen Übungen
der Alten" werden recht unspektakuläre aber trotzdem wirkungsvolle
Selbstverteidigungstechniken geübt. Unabhängig von persönlicher
Konstitution und sportlicher Vorgeschichte kann mit diesen Techniken
bis ins hohe Alter ein Mindestmaß an Wehrhaftigkeit aufgebaut
und erhalten werden.
Schlechtes
Wetter gab zwar vereinzelt Anlaß zu schlechter Laune, der
Gesamtstimmung auf dem Lehrgang tat dies aber keinen Abruch. Die
Möglichkeiten, fast alle Lokalitäten im Bereich der Gesamtschule
Kamen trockenen Fusses zu erreichen wurden um so mehr geschätzt.
Martin Kalkhof
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