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Sommerlehrgang 2003

14. Internationaler Goju-Ryu-Karate-Do Lehrgang in Kamen

Mit ca. 730 Aktiven gab es einen neuen Teilnehmerrekord beim diesjährigen Karate-Do Lehrgang in den Sporthallen der Gesamtschule in Kamen.


( Hier die Teilnehmer und Trainer bei der Begrüßung )

Der Parkplatz hinter der Schule diente als Stellplatz für Campingmobile und der Bolzplatz wurde zum Zeltplatz umgewidmet, hier gaben sich die Mitglieder des Karatevereins aus Ochtrup besondere Mühe mit der Errichtung eines japanischen Torii. Diese Torii, grosse Holztore, stehen in Japan vor den Shintoschreinen und symbolisieren die Grenze zwischen der alltäglichen und der sakralen Welt. Die Ochtruper hatten dieses Torii anläßlich ihres 20-jährigen Vereinsjubiläums errichtet und dabei dem wohl berühmtesteten Vorbild, dem Torii vor der japanischen Insel Myajima, nachempfunden.



( v.l. Lutz Klemann, Sensei Izumi, Ulli Schlee als Dojo Leiter von Ochtrup und Sensei Nagoya)

Wieder konnte der veranstaltende Kamener Karateverein zwei Japaner als hochrangige Repräsentanten des japanischen Karate begrüßen. Als Nachfolger von Sensei Tomoharu Kisaki war Grossmeister Shigeru Nagoya aus Osaka (9. Dan), angereist. Sensei Nagoya ist jetziger Leiter des Yuishinkan Hombu-Dojos, das von Sensei Kisaki gegründet wurde und in dem auch Sensei Fritz Nöpel in den 50er und 60er Jahren den Goju-Ryu Stil erlernte. Als Assistent war ein weiterer Schüler von Sensei Kisaki, Toshiro Izumi (8. Dan) angereist.
Beide waren mit den Leistungen der Karateka zwar nicht immer einverstanden, konnten aber erfreut registrieren, dass während der Trainigseinheiten viele Fehler und Ungenauigkeiten in der Ausführung ausgeräumt wurden. Daneben legte Sensei Nagoya besonderen Wert auf das Dojo-Kun, die Etikette. Für japanische Masstäbe geht es in den westlichen Dojos schon sehr bunt und locker zu, in Japan sind ein korrektes Verhalten und entsprechende Rituale von wesentlich höherem Stellenwert. Unter den kritischen Augen der Japaner übten die Kampfkünstler mit einem hohen Grad an Ernsthaftigkeit und Konzentration vor allem die traditionellen Kata.


( Sensei Nagoya und Teilnehmer mit Sanseru )

Die Kata dienen von jeher der Überlieferung der Karatestile und so waren die Lektionen der Japaner auch in erster Linie als Auffrischung der Kenntnisse über die Form der Kata zuverstehen, wie sie im Yuishinkan- Dojo geübt werden. Die Fortschritte während der drei Lehrgangstage waren deutlich zu sehen und die Japaner waren am Ende doch sehr zufrieden. In diesem Jahr im Oktober werden wieder 50 Karateka unter der Leitung von Sensei Fritz Nöpel nach Japan reisen und können dort die gewonnenen Erkenntnisse vertiefen. Sensei Nagoya wird dort im Sanjo-Sportcenter in der Nähe von Osaka ein 4-tägiges Karateseminar leiten, auch wieder mit Sensei Izumi und weiteren ca 10 Karatelehrern. Am Rande des Lehrganges konnten sich die Japanreisenden informieren und so zwei der Seminartrainer kennenlernen

Die Vielfalt der Kampfkunst Karate konnte in den vielen unterschiedlichen Trainingseinheiten und Workshops erfahren werden, die Themen wie Selbstverteidigung, Wettkampftraining, Kinesiologie, Karate für Ältere und Späteinsteiger, sportartspezifische Trainingslehre u.a. zum Thema hatten.
Besondere Anziehungskraft hatten u.a. wieder die Einheiten mit Katherine Loukopoulos, Karatelehrerin aus Griechenland. Trotz der grossen Sporthallen wurde es zum Teil doch recht eng, zumal beim Training von Frau Loukopoulos mit dem Bo geübt wurde. Diese Budokunst, Kobudo genannt, ist dem Karate sehr ähnlich und umfasste eine Reihe von traditionellen, sogenannten Budowaffen, deren Handhabung ebenfalls in Katas vermittelt und geübt wird. Aufgrund der grossen Resonanz versprach Frau Loukopoulos, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

Ein weiterer Höhepunkt war das Karateturnier am Freitag, das von Jürgen Hornung, Karatelehrer aus Berlin, organisiert und ausgerichtet wurde.
Am Samstag schließlich traten 38 Prüflinge zu den Danpüfungen an. Aus dem örtlichen Karate Club konnten Axel Koschorrek den 5. Dan, Robert Zlotos den 2. Dan und Martin Kalkhof den 1. Dan erringen.


Neben dem Trainingsbetrieb fand am Freitagabend eine grosse Tombola statt. Der Hauptpreis, eine 1-wöchige Reise zu einem Karatelehrgang auf Mallorca, wurde vom KKB gestiftet.
Natürlich wurde auch kräftig gefeiert und weil das Wetter mitspielte, keine Verletzungen zu verzeichnen waren und allgemein eine tolle Stimmung herrschte, konnte der Veranstalter, der Karate Klub Kamen/Bergkamen e.V., mit dem rundum gelungenen Lehrgang sehr zufrieden sein. Die idealen Bedingungen an den Gesamtschulen für eine Veranstaltung dieser Art sind wohl weithin einzigartig und haben zum Gelingen entscheidend beigetragen. Der KKB dankt den vielen Helfern, der Schulleitung und der Stadt Kamen und freut sich auf eine erfolgreiche Fortsetzung im nächsten Jahr.