Yuishinkan Goju-Ryu Karate-Do Kamen/Bergkamen

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Dansha-Lehrgang am 22.03.2009 in Kamen mit Martin Nienhaus und Alf Lehmann

Ca. 25 Dan-Träger und –Anwärter  aus dem gesamten Bundesgebiet waren angereist, um sich in ihrem Karate weiterzubilden. Mit Martin Nienhaus ( 4. Dan Shotokan ) und Alf Lehmann ( 3.Dan Goju Ryu ) trafen die Teilnehmer auf zwei Referenten aus verschiedenen Stilrichtungen, die in ihren jeweiligen Stilen arbeiteten und Techniken daraus demonstrierten. Ein interessanter Blick über den Tellerrand, mit der Erkenntnis: “...dass überall nur mit Wasser gekocht wird.“

In Kamen ist das Honbu Dojo des Goju-Ryu in Deutschland und deswegen sind bei Dansha-Lehrgängen auch meistens Vertreter dieser Stilrichtung anzufinden. So auch an diesem Sonntag. Groß war natürlich die Überraschung, als Martin den Anwesenden zwei typische Shotokan-Stände erklärte und dies im Kihon einforderte. Dazu ist zu sagen, dass durch Erklärungen vieles verständlicher wurde. Die langen Stände im Shotokan sind nämlich auf die Ausführungen von Azato Anko zurückzuführen, der auch ein Meister des Kenjutsu war und die langen Stände in sein Karate mit einbrachte. Lange Stände, weil das scharfe Schwert vor dem Körper geschwungen wurde und mit einem
Schnitt oder Schlag die ganze Angriffsenergie übertragen wurde. Hier ging es darum konsequent den Gegner zu durchdringen und eine Gegenwehr zu verhindern. Nichts, was es nicht auch im Goju-Ryu gibt, nur wird hier kürzer gearbeitet. Um ein Gefühl für die Grundstellungen zu bekommen, wurden die Stände Kokutsu-Dachi sowie Zenkutsu-Dachi in der Shotokan Form geübt. Einen Kokutsu-Dachi sucht man im Goju-Ryu vergeblich und so passierte es oft, dass in den altbekannten Shiko-Dachi gegangen wurde, aber das war nicht das Ziel. Beim Shiko-Dachi lässt man sich in einen satten Stand fallen, um den Angreifer zu unterlaufen. Anders dagegen der Kokutsu-Dachi, bei dem durch Ausweichen Distanz aufgebaut wird, um eine optimale Position für einen starken Zenkutsu zu bekommen. Dazu wurde nach einer Einarbeitungsphase dann auch am Partner geübt. Kokutso-Dachi ausweichen, Shuto Uke/Uchi zum Arm, überwechseln zum Zenkutsu-Dachi mit Konter zum Kopf. 
Als Alf dann übernahm, wurde die Kombination aus dem Goju-Ryu genommen. Natürlich wählte er einen kurzen Stand, nämlich den Neko-Ashi- Dachi. Jeder Oberstufenschüler kennt die Kombination aus dem Prüfungsprogramm und so wurde sie dann angewendet. Ausweichen Neko- Ashi-Dachi mit Kake Uke oder Shuto Uchi, Shisai Mawashi Geri oder Mae Geri und jetzt wurde es interessant, die Sache zum Abschluss bringen! Zwei verschiedene Systeme, aber das gleiche Ziel.

Nach der Pause brachte Alf die Teilnehmer mit einfachen Übungen gut ins Schwitzen. Was einfach aussah, entpuppte sich für viele als kompliziert, als es darum ging einen Furi Uchi mit  Block, Übernehmen und Weiterleiten zu entschärfen.

An den Pratzen durfte geübt werden, wie ein Empi aus kurzer Distanz am effektivsten ist. Auch hier sah es bei weitem einfacher aus, als es schließlich am Objekt umzusetzen war. Hinterher ging es wieder in den Bereich der langen Distanz und Martin zeigte am Beispiel der ersten Schritte der Kata Kanku Sho, wie es auch mit einem Kokutsu Dachi möglich ist, die Hauptenergielinie des Angreifers zu schneiden und sich schließlich in eine gute Verteidigungsposition zu bringen.

Egal in welchem System gearbeitet wurde, waren es immer dieselben Erkenntnisse, die wie ein roter Faden diesen Lehrgang durchzogen: ein guter Stand, richtige Distanz und den Willen, mit aller Konsequenz den Angreifer mit einer Technik zu durchdringen. Man muss die Möglichkeiten in seinem System erkennen und nutzen.

 

19. Internationaler Goju-Ryu Karate-Do Lehrgang in Kamen 2008

Nachdem im vergangenen Jahr im Rahmen des 40-jährigen Bestehens der Goju-Ryu Karate-Do Stilrichtung in Europa über 800 Kampfkünstler dem Ruf von Sensei Fritz Nöpel (9. Dan) nach Kamen zum alljährlichen Karate-Lehrgang gefolgt waren, gab es in diesem Jahr erstmals eine Beschränkung der Teilnehmerzahl. Nachdem die befreundeten Karate Vereine aus ganz Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland über verbandsinterne Organe informiert waren, setzte ein Ansturm auf die verfügbaren Plätze ein und diese waren innerhalb kürzester Zeit ausgebucht.

Die Beschränkung war von Fritz Nöpel und dem Organisationsteam schweren Herzens beschlossen worden, weil man sich aufgrund der von Jahr zu Jahr steigenden Teilnehmerzahl die Frage stellen musste, ob die Qualität der einzelnen Trainings- und Seminareinheiten nicht unter den immer neuen Rekordzahlen auf der Strecke bliebe. Die Devise Qualität vor Quantität wurde auch im Bestreben, die Trainingseinheiten zu entflechten und die Themen zu konzentrieren deutlich. Das Motto des diesjährigen Lehrganges kann mit einer Rückbesinnung auf die Anfänge der Goju-Ryu Stilrichtung und insbesondere die Ziele des Begründers des Yuishinkan Dojos in Osaka, Sensei Tomharu Kisaki umschrieben werden. Sensei Kisaki war wie viele seiner Zeitgenossen weniger an sportlichem Wettkampf als vielmehr an der individuellen Entwicklung der Karate-Ka zu Kampfkünstlern und starken Charakteren interessiert. Unter Kampfkunst verstand Sensei Kisaki in erster Linie die Kunst, sich gegen einen zumindest scheinbar überlegenen Angreifer erfolgreich zur Wehr zu setzen. Ein besonderes Merkmal hierbei war immer das unbedingte Streben nach Effektivität. Eine Vorgabe lautete zum Beispiel "Keine hohen Tritte in diesem Dojo", womit deutlich gemacht werden sollte, dass in einer realistischen Selbstverteidigungssituation der Einsatz von Techniken, die evtl. besonders spektakulär wirken leicht zum Nachteil des Verteidigers misslingen.

Die Suche nach der richtigen Verhaltensweise in der jeweils konkreten Situation spiegelt sich insbesondere in den Nage-Waza und Kumite-Ura Formen wieder. Keine dieser Formen kann und soll unter den Regeln eines sportlichen Wettkampfs geübt werden, sondern die Partner müssen versuchen, im Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung sich gegenseitig bei der Entwicklung zu unterstützen und zu fordern. Ein nachlässig geführter Angriff kann leicht gekontert werden, führt aber auch dazu, dass der Verteidiger nicht mit aller Konsequenz die Abwehr und den Konter ausführt. In der Folge schleift sich so womöglich eine Laschheit ein, die in der realen Situation dann zu Misserfolg führen würde.

Die Trainer des diesjährigen Lehrgangs setzten das Motto individuell mit unterschiedlichen Schwerpunkten um. Die authentischste Variante des Yuishinkan Karate-Do wurde neben Fritz Nöpel von Lutz Kleemann geboten. Lutz hatte, nachdem er in den 70er Jahren die ersten Karate-Lektionen in Deutschland von Fritz erhalten hatte, die Gelegenheit zu einem mehrmonatigen Aufenthalt in Osaka, wo er unter Tomoharu Kisaki trainierte. Später siedelte er auf die Philippinen um, wo er ein eigenes Dojo leitet und die Yuishinkan-Fahne in seiner Wahlheimat hoch hält.

Ulrich Schlee aus Ochtrup, ebenfalls eng verbunden mit dem Yuishinkan, zeigte in seinen Einheiten die Anwendungen der spezifischen Techniken, wie sie in Kumite-Ura, Nage-Waza und Bunkai Formen trainiert werden, unter realistischen Bedingungen. Selbstverteidigung, wie sie aus der Sicht eines Profis wirksam und angemessen angewendet werden sollte.

Aber auch die Trainer, die aus anderen Stilrichtungen eingeladen waren, fügten sich nahtlos in das Konzept und bewiesen damit einmal mehr, dass am Ende nicht der Stil entscheidend ist, sondern die individuelle Einstellung zum Training und zum wahren Geist des Karate-Do.

 

Ichimanmeter 2007

An Pfingstsonntag 2007 hat sich das Kamen/Bergkamener Dojo zum
alljährlichen Ichimanmeter(10000m) Lauf getroffen. Mit ein bisschen Glück
sind wir in einer Regenpause alle einigermassen gut durch den Lauf gekommen.
Seit Jahren gehört der Lauf zu einer festen Veranstaltung in unserem
Trainingsbetrieb. Die Ursprünge gehen noch auf die alte
Yuishinkan-Prüfungsordnung zurück, der Ichimanmeter war zu jener Zeit Zulassungsvoraussetzung für die Shodanprüfung.
Heute eine Möglichkeit sich und andere Dojomitglieder beim gemeinsamem
Durchhalten besser kennen zu lernen.
 

18. Internationaler Goju-Ryu Karate-Do Lehrgang in Kamen 2007

Im Rahmen der Jubiläumsfeier zum 40-jährigen Bestehen der Goju-Ryu Karate-Do Stilrichtung in Europa mit ihrem wichtigsten Vertreter, Herrn Fritz Nöpel als Kamener Bürger und Karate-Großmeister waren zu dem begleitenden Karate Lehrgang und den Feierlichkeiten 10 hochdotierte Karate-Trainer aus Japan angereist. Über 800 Kampfkünstler waren dem Ruf von Fritz Nöpel gefolgt und unterzogen sich unter der Leitung der Japaner und mehr als 15 weiterer Trainer aus dem In- und Ausland in über 50 Trainingseinheiten anspruchsvollen Lektionen.

In den Sporthallen der Gesamtschule Kamen war in 4 Tagen "40 Jahre Goju-Ryu Karate-Do aus dem YUISHINKAN in Deutschland" das Motto.

Am Samstag (19.Mai) gab es in Halle I ab 15.30 Uhr im Beisein des Kamener Bürgermeisters Herrn Hupe, der japanischen Gäste und der Vertreter der Karate Landes- und Bundesverbände eine Karate-Do Vorführung. Besonders die traditionellen Trainingsinhalte mit den Partnerformen, in denen verschiedene Situationen der Selbstverteidigung gezeigt wurden, beeindruckten die vielen Zuschauer. Die Konzentration der Vorführenden vom Karate-Do Club Kamen/Bergkamen und vom PSV Dortmund erzeugte eine Spannung, der sich die Gäste und Zuschauer nicht entziehen konnten. Man hätte während der Vorführungen eine Stecknadel in der Halle fallen hören können. Gelöst wurde die Spannung jeweils durch den karatetypischen Kampfschrei Kiai, der zu jeder Technik den Höhepunkt bildet. Bei den besonders spektakulär wirkenden Techniken ging ein Raunen durch die Menge und mancher mag sich gewundert haben, dass der soeben besiegt am Boden liegende Angreifer kurz darauf wieder unversehrt aufstehen und sich vor seinem Opponenten, den japanischen Gepflogenheiten entsprechend, in aller Höflichkeit verbeugen konnte. Hier wurde deutlich eines der Prinzipien des Karate-Do dargestellt, nämlich dass das Erlernen von Selbstverteidigungstechniken im Partnertraining und die perfekte Beherrschung eines potentiellen Angreifers nur unter der Prämisse der Selbstdisziplin und Selbstkontrolle möglich ist. Nur wer sich selbst unter Kontrolle hat, kann auch einen Gegner ggf. kontrollieren und damit von einem Angriff abbringen. Im Partnertraining heißt das, selbst bei hartem Körpereinsatz die Kontrolle nie zu vernachlässigen, weil es sonst schnell zu auch ernsthaften Verletzungen kommen kann.

Die hohe Zahl der Meldungen zu den Dan-Prüfungen (Schwarzgurt) lies den Veranstalter nach einer Ausweichmöglichkeit für diesen Lehrgangsteil suchen. In den Sporthallen der RAG BILDUNG GmbH im Bildungszentrum Bergkamen wurde ein würdiger und überaus zweckmäßiger Rahmen gefunden. Aus Kamen traten Alf Lehmann zum 3. Dan und Hans-Jürgen Mesters zum 1. Dan an und konnten mit Ihren Leistungen überzeugen. Alf Lehmann wurde zudem als bester Prüfling mit dem "Technikerpokal" besonders ausgezeichnet. Damit hat der Kamener Verein wieder einmal seine Ausnahmestellung im Goju-Ryu Karate-Do bewiesen und ist stolz, einen weiteren höher graduierten Trainer aufweisen zu können.

Bei nur zwei Ausfällen, d.h. 2 von 48 Prüflingen, die leider nicht das Ziel erreichten, war das Niveau insgesamt sehr hoch und auch die Kampfkunst-Großmeister aus Japan waren sehr beeindruckt.
 

17. Internationaler Goju-Ryu Karate-Do Lehrgang in Kamen 2006

Annähernd 800 Karate-Sportlerinnen und Sportler haben in diesem Jahr wieder den Weg nach Kamen gefunden, um an einem der bedeutensten Karate-Lehrgänge der Stilrichtung Goju-Ryu in Europa teilzunehmen.

Unter der Leitung von Sensei Fritz Nöpel richtete der KKB e.V in Kamen diesen Lehrgang mit internationaler Beteiligung aus.

Aufgrund seiner guten Kontakte nach Japan, gilt Fritz Nöpel als einer der wichtigsten Repräsentanten und als Wahrer der traditionellen Werte, die besonders im Dojo-Kun, den Etiketten des Goju-Ryu-Karate-Do vermittelt werden. Daraus leitete sich auch das Motto des diesjährigen Lehrgangs ab. Dass Höflichkeit, gegenseitige Rücksichtnahme und Disziplin nicht Selbstzweck sind, sondern auch einem reibungslosen und effektiven Training dienen wurde auch von einigen der international renommierten Trainer betont.
Besonders deutlich wurde dies bei den Trainingseinheiten von Katherine Loukopoulos aus Griechenland. Ihre Methoden mögen dem Aussenstehenden wie militärischer Drill vorgekommen sein, jedoch ist es kaum möglich einen ungeordneten Haufen effektiv zu unterrichten und so unterwerfen sich vor allem die fortgeschrittenen und erfahrenen Karatesportler freiwillig einer strengen Disziplin. Als besonderes Highlight wurde von Frau Loukopolous in diesem Jahr erstmals die Möglichkeit geboten, sich im Kobudo, einer Unterart des traditionellen Karate-Do prüfen zu lassen. Da diese Prüfung nicht im Lehrgangsplan stand, war die Überraschung groß. Trotzdem meisterten 9 von 10 Prüflingen die gestellte Aufgabe.

Neue Entwicklungen im Karate-Do wurden in zwei völlig verschiedene Richtungen einerseits von Martina Lohmann aus Osnabrück und anderersiets von Fritz Nöpel vorgestellt. Zum einen gab Martina Lohmann Einblicke in das sogenannte Sound-Karate, das sich in z.T. spielericher Weise an die ganz jungen Kampfkünstler richtet. Mit Hilfe von aufgehängten Bällen, die mit den Schlagtechniken nicht berührt werden dürfen- können die Jüngsten an die Techniken des Karate-Do herangeführt werden, ohne dass Verletzungsgefahr besteht.
Ähnlich behutsam geht es beim Jukuren-Karate zu, dass Fritz Nöpel vor einigen Jahren initiert und weiterentwickelt hat. Dieses Training richtet sich in erster Linie an ältere Karate-Ka und Späteinsteiger. Mit den sogenannten "edlen Übungen der Alten" werden recht unspektakuläre aber trotzdem wirkungsvolle Selbstverteidigungstechniken geübt. Unabhängig von persönlicher Konstitution und sportlicher Vorgeschichte kann mit diesen Techniken bis ins hohe Alter ein Mindestmaß an Wehrhaftigkeit aufgebaut und erhalten werden.

Schlechtes Wetter gab zwar vereinzelt Anlaß zu schlechter Laune, der Gesamtstimmung auf dem Lehrgang tat dies aber keinen Abruch. Die Möglichkeiten, fast alle Lokalitäten im Bereich der Gesamtschule Kamen trockenen Fusses zu erreichen wurden um so mehr geschätzt.
 


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